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Jaroslav Doubrava Jaroslav Doubrava, geb.1909 in Chrudim, gestorb. 2.10.1960 in Prag. Nach Studium war er als Lehrer in verschiedenen Orten Ostböhmens tätig. Dabei studierte er als Privatschüler Komposition bei Otakar Jeremiáš in Prag (1936-40). Im J.1945 nahm er Tätigkeit in der Musikredaktion des Tschechoslowakischen Rundfunks in Prag auf. Ab 1955 bis zu seinem frühzeitigen Tod war er als freier Komponist tätig. Im J. 1968 erhielt er für sein Schaffen einen Preis in memoriam.
Szenenstücke: Opern „Der Sommernachtstraum“ (nach Shakespeare),“Die Taufe des Hl.Vladimirs“ (unvollendet), und „Eine Liebesballade“ (Uraufführung im Nationaltheater in Prag 1962).  Ballette: „König Lavra“ und „Don Quijote“.
Weiter schuf er drei Symphonien, von der unvollendeten 4. Symphonie wird der erste Satz („Herbstpastorale“) gespielt, instrumentale Kammermusik (Violine und Klavier), und vokale Werke (Lieder, Chöre).
Über sein Leben und Werk informiert eine Monographie von Jaromír Havlík mit dem Titel „Ein Komponist im Würgegriff zweier Totalitärsysteme“ (Jaroslav Doubrava. Skladatel v sevření dvou  totalit. Akademie múzických umění. Praha 2002).
Eintragungen unter dem Namen des Komponisten gibt es in „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“, in „The New Grove´s Dictionary of Music and Musicians“, in der Tschechoslowakischen Enzyklopädie (Čs.encyklopedie),und im Tschechoslowakischen Musikwörterbuch-Personen und Institutionen (Čs. hudební slovník osob a institucí).


Das Ballett „Don Quijote“ (gewidmet „einem Don Quijote in jedem von uns“) wurde im J.1955 vollendet, der Komponist hat dafür einen Preis in der Tschechoslowakei erhalten (1956 - Cervantes´ Don Quijote 350. Weltjahrestag). Das Werk mit Prolog, fünf  Akten und Epilog nach Miguel Cervantes (Libretto zusammen mit J. Bachtík) wurde im Staatstheater Brno unter dem Dirigenten J. Pinkas und Choreograf J.Nermut  am 22.12.1957 uraufgeführt und im J.1961 im Volkstheater Rostock die ganze Saison mit grossem Erfolg gespielt.
Im Rahmen der Konzertsaison „Prager Frühling“ stand Don Quijote im J.1958 im Programm des Tschechischen Nationaltheaters. Oft wird seitdem die fünfteilige Ballett-Konzertsuite aufgeführt (Weinfest in Tobosa, Herumirren im Nebel - Kampf gegen Windmühlen, Kneipentanz, Flug auf Windross, Epilog), die auch als CD vorliegt.
In der tschechischen Kunst gibt es auch viele weitere Don Quijote-Reminiszenzen, zB. Holzschnitt und Zinkstiche vom Q. Mánes (2. Hälfte des 19. Jhs.), das Drama „Die Weissheit von Don Quijote“ vom V. Dyk (1914, Regie: F. Zavřel, Szene: F. Kysela), die Skulptur „Don Quijote´s Kopf“ des Bildhauers O.Gutfreund aus derselben Zeit, Skulpturen des Bildhauers J. Kodet (40er Jahre), Buchillustrationen des Malers F.Tichy (50er Jahre), den graphischen Zyklus des Dichters und bildenden Künstlers B.Reynek „Der einsame Hirte“ (Osamělý pastýř) und eine Gedichtssammlung von V.Provazníková zu dem eben erwähnten Zyklus.
 
Eine Information wird durch Plakate, Programme und Photoaufnahmen aus den beiden Aufführungen sowie
durch ein Vorwort des Verfassers zum Ballett begleitet.
 


1) Die Uraufführung im Janáček´s Theater in Brno, am 22. Dezember 1957
2) Eine Pressestimme: Svět v obrazech ( Die Welt in Bildern), Januar 1958
3) Das Staatstheater Brno anlässlich des Prager Frühlings, 1958
4) Volkstheater Rostock 1961
5) Prager Frühling 1969


Die Probe:

Jaroslav Doubrava
DON QUIJOTE

Eine Ballett-Tragikomödie mit Prolog, fünf Akten und Epilog. Das Libretto nach dem gleichnamigen Roman von Miguel Cervantes, arrangiert von J. Bachtík und J. Doubrava.

Gewidmet: einem Don Quijote in jedem von uns

Die Ballett-Tragikomödie stellt Don Quijote als einen Menschen dar, der nur durch seinen Glauben und seine Träume ausgerüstet ist. Sein Kampf ist vergebens.
Das Symbol des Strebens von Don Quijote repräsentiert  im Ballett Dulcinea. In den Diensten dieser Frauenfigur begibt sich Don Quijote mit seinem Freunde Sancho Panza in den Kampf.
Dulcinea erscheint in den Ballettszenen als ein Kenipenmagd in der Pinte, in der Don Quijote zum Ritter geschlagen wird, unter den Schauspielern, wo für sie der Ritter mit den Windmühlen kämpft. Nach dem Sturz von einem Windmühlenflügel streitet der verletzte Ritter erneut mit Weinschläuchen während des Weinlesefestes in Tobosa, um Dulcinea zu gewinnen. Er erkennt sie auch in dem Liebeshirtenspiel. Wegen ihrer Unerreichbarkeit gelangt er zum Tanz mit seinem eigenen Schatten. - Im Schloss des Herzogs verlässt er die Gemeinschaft der Menschen und fliegt auf seinem Windross durch Weltall. Dabei bestreitet er einen Kampf gegen fantastische Masken der menschlichen Dummheit, des Neides und des Hasses, letztlich besiegt er im Kampf um Unsterblichkeit sogar den Tod selbst. In dem Augenblick, als er nach dem Lorbeerkranz der Unsterblichkeit greift, der ihm von Dulcinea und von den Sternen der menschlichen Träume dargereicht wird, erwacht er in den Ruinen eines hölzernen Pferdes im herzöglichen Schloss. Ausgelacht und missverstanden kehrt er von seine Abenteuerreisen zurück nach Hause. In dem Epilog siegt der Tod über dem Ritter, der, von Dulcinea und Sancho Panza beweint, verstirbt.

Dauer 100  Min.

Ballettbeschreibung des Autors, im Dezember 1957 vor der Brünner Uraufführung  geschrieben